Historie - Die Entwicklung des Eppendorfer Sportvereins

Es war im August 1908, als auf einer Turnveranstaltung in Blankenese einige Turner auf den Gedanken kamen, einen eigenen Turnverein zu gründen.

Bis dahin gehörten die Turner verschiedenen Vereinen an, und der Weg zu den Turnstätten war weit. Vier Wochen später fand im Lokal von Harms in der Süderfeldstraße dann eine abschließende Besprechung statt. Am 9. Oktober 1908 wurde im kleinen Saal des „Lindenpark“ am Siemersplatz in Lokstedt auf der Gründungsversammlung die “Turn- und Sportvereinigung Eppendorf von 1908“ geboren. Aus den 25 Turnbegeisterten sollen hier die Namen Hermann Roth, Emil Jacobsen, Willi Timm und Heinrich Lange in Erinnerung gebracht werden. Letzterer übernahm den Vorsitz; Willi Timm wurde zum 1. Turnwart gewählt.

In dieser Zeit, das darf nicht unerwähnt bleiben, gab es noch keine Turnhallen, in denen die Vereine ihre Leibesübungen abhalten konnten. So wurden also im Saal des „Lindenpark“ die Turnabende abgehalten. Die Geräte wurden von anderen Vereinen der „Freien Turnerschaft“ ausgeliehen.

Die Entwicklung des Vereins, dem später auch eine Fußballabteilung angegliedert wurde, ging stetig voran. Nach zwei Jahren waren es bereits 80 Mitglieder, die unter dem Turnwart Robert Roth immer mehr Freude dem Turnen abgewannen.

Doch der Erste Weltkrieg stoppte die Entwicklung dieser aufblühenden Turnvereinigung. Der Turnbetrieb kam fast zum Erliegen und konnte erst nach Beendigung des Krieges wieder aufgenommen werden.

Der Aufbau wurde wieder geschafft, und als im Jahre 1921 mit einigen Geräten in die Turnhalle Breitenfelder Straße übergesiedelt wurde, war die Sportvereinigung auf 200 Mitglieder angewachsen, so dass eigene Herren-, Damen- und Kinderturnabteilungen eingerichtet werden mussten. Letztere geführt von Karl Rose, unterstützt durch den im Krieg gefallenen Erwin Hinrichs.

Bei dieser Anzahl von Turn- und Sportbegeisterten durfte auch das Vergnügen nicht zu kurz kommen. Vereinsfeste, Maskeraden, Fahrten, Schauturnen und Ferienlager wechselten in bunter Folge. Auch die großen Bundesfeste in Leipzig (1922), Frankfurt a.M. (1925), Nürnberg (1929) und die II. Arbeitersportolympiade in Wien (1931) wurden besucht. Das alles gelang nur durch fleißiges Sparen der einzelnen Teilnehmer, denn Zuwendungen von dritter Seite gab es nicht.

Die Leitung der Vereinigung hatte inzwischen der Sportfreund Jonny Wriede übernommen und behielt sie auch bis zum bitteren Ende. Ein Trommler- und Pfeiferkorps war der besondere Stolz des Vereins. Später kam dann noch eine Leichtathletikabteilung hinzu, die das Augenmerk aller sportbegeisterten Hamburger auf sich zog. Der Bundesrekord in der 4 x 400 m-Staffel sei hier besonders erwähnt.

 

Die vollständige Chronik des TSV 08, erschienen in der diesjährigen Jubiläumszeitschrift, können Sie hier herunter laden: Chronik TSV08